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NEWS SPANIEN |
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17.05.2007 Platzt die spaniche Immobilienblase
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Enrique Bañuelos war bis vor kurzem kaum jemandem in Spanien ein Begriff. Das änderte sich, als die US-Fachzeitschrift "Forbes" ihn im März erstmals in ihrer Liste der reichsten Menschen der Welt aufnahm. Der 41-jährige Präsident der bei Valencia ansässigen Immobiliengruppe Astroc Mediterráneo belegte Platz 95, mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet 5,8 Milliarden Euro. Diese Platzierung dürfte er allerdings schon wieder verloren haben. Binnen weniger Wochen brachen die Aktien seines Unternehmens an der Madrider Börse um rund 60 Prozent ein, sein persönliches Vermögen soll dabei um mehr als eine Milliarde Euro geschrumpft sein. Auslöser des Kurssturzes waren Berichte, Astroc habe seinen Nettogewinn 2006 durch Verkäufe innerhalb der eigenen Gruppe aufgebläht. Bañuelos wies dies entschieden zurück und erklärte, das junge Unternehmen sei grundsolide. Reich gemacht hat es ihn allemal. Seit dem Börsengang im vergangenen Jahr waren die Astroc-Aktien um sagenhafte 1000 Prozent in die Höhe geschossen. Wie andere "Ziegelsteinmilliardäre" profitierte Newcomer Bañuelos von dem enormen Bauboom in Spanien, neben dem Privatkonsum und dem Tourismus die tragende Säule des überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre. Allein 2006 wurden rund 850 000 Wohnungen gebaut, das sind etwa so viele wie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. In Spanien, wo auch Tausende Deutsche, Briten und andere Europäer Wohnungen besitzen, geht nun die Angst um: War der Absturz von Astroc ein Anzeichen dafür, dass die Immobilien-Blase zu platzen droht? Der Fall der Astroc-Aktien riss nämlich nicht nur alle anderen notierten Immobilienwerte mit. Auch Baukonzerne und Banken wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Regierung sah sich gezwungen, in einer Erklärung vor Panikmache zu warnen. Es handele sich nur um eine Korrektur einiger Werte mit "übertriebenem Wachstum". Auch der Chef der Bank von Spanien, Miguel Ángel Fernández Ordóñez, mahnt zur Gelassenheit: "Wir erleben lediglich eine allmähliche Abkühlung des Immobiliensektors." Viele Bürger sind jedoch verunsichert. Rund 85 Prozent der Spanier sind Eigenheimbesitzer, Millionen Familien haben sich stark verschuldet, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen zu können. Jahrelang waren die Zinsen äußerst niedrig, sie lagen zeitweise sogar unterhalb der Inflationsrate. Parallel dazu haben sich die Wohnungspreise seit 1996 verdoppelt, mancherorts sogar verdreifacht. Der Kauf einer Immobilie galt deshalb als sichere Geldanlage. Im Zuge der Leitzinserhöhungen in der Euro-Zone ist der in Spanien meist verbreitete Hypothekenzins, der Euribor, in den vergangenen 19 Monaten aber stetig gestiegen. Er liegt derzeit bei 4,1 Prozent. Das ist der höchste Stand seit sechs Jahren. Die Verschuldung der privaten Haushalte hat mit 830 Milliarden Euro ebenfalls einen Höchststand erreicht, die Immobilienfirmen wiederum stehen bei den Banken mit etwa 250 Milliarden Euro in der Kreide. Die Verunsicherung ist an den Häuserfassaden der großen Städte abzulesen: Immer mehr Schilder mit der Aufschrift "Se vende" (Zu verkaufen) sind dort zu sehen. "Vor einem Jahr haben wir monatlich im Schnitt ein halbes Dutzend Wohnungen verkauft. Nun sind wir froh, wenn wir pro Monat eine einzige loswerden", sagt die Besitzerin eines Maklerbüros in Madrid. "Die meisten Anrufe kommen inzwischen nicht mehr von Käufern, sondern von Eigentümern, die ihre Wohnung wieder abstoßen wollen." Die Statistik gibt ihr Recht: Die Nachfrage in Städten wie Madrid oder Barcelona ist um rund 25 Prozent gefallen. Und auch die Preise steigen nicht mehr wie früher. Nach 18 Prozent 2005 waren es im vergangenen Jahr nur noch sieben Prozent. Während manche Banken inzwischen Hypotheken mit Laufzeiten bis 50 Jahre anbieten, versuchen einige Immobilienfirmen, Käufer mit Geschenken wie Urlaubsreisen zu locken. Astroc-Präsident Bañuelos gibt sich dennoch gelassen. "Dass es nach Jahren des Booms zu einer Abkühlung kommt, ist doch logisch." Experten warnen indes vor unabsehbaren Folgen für die spanische Wirtschaft, sollte der Immobiliensektor zusammenbrechen. dpa
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25.04.2007 Selbstmordattentate zu befürchten
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Der spanische Geheimdienst warnt zur Zeit die Regierung von Spanien vor Selbstmordattentätern der El Kaida. Die Selbstmordattentäter sollen der El Kaida des Maghreb angehören und ein großes Risiko für Spanien sein. In Spanien habe die Gruppe bereits viele Aktivisten, die sich bereits für Anschläge vorbereiten. Konkrete Hinweise fehlen dem spanischen Geheimdienst allerdings zu Zeit. Um mögliche Anschläge zu verhindern, wurde die Zusammenarbeit mit Algerien verstärkt. Nach den Bombenanschlägen vom 11. April in Algier hatte sich die El Kaida des Maghreb zu diesen bekannt. Bei den Anschlägen waren 33 Menschen ums Leben gekommen. Über 200 Menschen wurden verletzt. Die El Kaida hatte danach erklärt, dass man Spanien wieder zum Teil der muslimischen Welt machen wolle. Zwischen 711 und 1492 hatten die Mauren Teile der iberischen Halbinsel besetzt, erst 1492 war die Reconquista abgeschlossen worden. Daraus leiten die Islamisten einen Anspruch auf Teile Spaniens zurück. Der Anteil an Muslimen in Spanien beträgt 0,5 Prozent. 2004 hatten Islamisten Anschläge auf die Pendlerzüge in Madrid durchgeführt. Dabei waren 191 Menschen ums Leben gekommen. Vor kurzem hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Attentäter und die Drahtzieher der Madrider Anschläge begonnen. Seit dem befürchtet Spanien neue terroristische Anschläge.
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28.03.2006 Waffenstillstand unterzeichnet
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Nicht nur ein neuer Tag wird hier eingeläutet, sondern vielleicht für ein ganzes Land eine neue Zeit, eine Zeit ohne Gewalt für Spanien. Um Mitternacht trat die Waffenruhe in Kraft, die die baskische Terrororganisation ETA vor zwei Tagen versprochen hatte, mit dem Zusatz "dauerhaft".
Die Zeitungen berichten inzwischen über Einzelheiten, wie es zu der Waffenruhe kam. Zum Beispiel soll Norwegen eine wichtige Rolle gespielt haben, genauso wie der nordirische Priester Alec Reid, der schon früher in Nordirland vermittelt hat. In Genf und in Oslo soll es zu Geheimgesprächen gekommen sein, denn offiziell verhandeln wollte Spaniens Regierung mit der ETA nie.
Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero kündigte heute beim EU-Gipfel in Brüssel an, er wolle noch vor dem Sommer das Parlament um die Zustimmung zu Gesprächen mit der ETA bitten.
Außerdem beschwichtigte er Skeptiker: Die Regierung habe ausreichende Mittel, um die Waffenruhe zu prüfen und um sicher zu sein, dass sie zu einem endgültigen Ende der Gewalt führe.
Auf dieses Ende hoffen auch Politiker vor Ort, wie die Gemeinderätin Nerea Alzola. Sie ist zwar Baskin, aber auch Mitglied der konservativen Oppositionspartei PP und damit ein Anschlagsziel. Eine Bombenattrappe lag schon einmal vor ihrem Haus; sie hat wie alle anderen Abgeordneten Personenschutz.
Auch sie begrüßt die Waffenruhe der ETA, möchte aber auch, dass die Organisation die Waffen endgültig niederlegt: Wenn alles gut geht, könnte sie sogar auf einige Leibwächter verzichten.
Dafür sieht es im Moment gut aus, aber der Weg dahin ist noch schwierig. Quelle: Euronews
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23.3.2006 Spanien Spitze in Solarenergie
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Die spanische Regierung hat am 17. März die neue technische Gebäuderichtlinie CTE (Codigo Tecnico de la Edificacion) verabschiedet. Die neue Richtlinie regelt unter anderem die Energieeffizienz von Neubauten. Sie geht über die Vorgaben der Europäischen Union hinaus. So werden Solarwärme und Solarstrom Pflicht für Neubauten. Die Regelungen gelten aber auch für Sanierungen. Es sind aber aus Ausnahmen für Bauten vorgesehen, die auf andere erneuerbare Energien setzen. Der solare Deckungsgrad soll demnach dann bei 30 bis 70 Prozent liegen. Abhängig ist dieser Wert u.a. von der geographischen Lage des Gebäudes. Große Bauten wie beispielsweise Bürogebäude mit einer Fläche von mehr als 4.000 Quadratmeter sollen zusätzlich dazu auch Solarstromanlagen installieren.
Quelle: www.solarserver.de
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4.1.2006 Spanien, ein europäisches Musterbeispiel
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Obwohl Spanien nicht die meisten europäischen Zuschüsse pro Einwohner bezieht, war es das Land, das am meisten Fortschritte gemacht hat. Noch kurz vor seinem Beitritt schlug es sich mit Staatsstreichen und schwachen Regierungen herum: Seitdem ist es eines der Länder, die die stabilsten Regierungsverhältnisse der Union haben. Der Konsens der Parteien bei der Wirtschaftspolitik hat Früchte getragen. So gute, dass Spanien es sich heute erlauben kann, sogar Deutschland und Frankreich die Ohren lang zu ziehen, wenn diese den Stabilitätspakt nicht einhalten, wie zum Beispiel der spanische Ex-Präsident José María Aznar es vor ein paar Jahren tat.
Noch vor 20 Jahren lag die spanische Inflation jährlich bei knapp 10%, während sie in den letzten Jahren bis auf 2 % gesunken ist. Die Arbeitslosenquote, die damals bei 21,6% lag, beträgt heute 8,4%. Das spanische BIP betrug 1985 70,7% des EG-Durchschnitts; heute knapp 100%. 1985 hatte Spanien 2.919 Kilometer Autobahn; 2004 schon 12.444 Kilometer. Darüber hinaus konnte Spanien – ein großes, wenig besiedeltes Land - auch dank der europäischen Solidarität 1992 das dritte Land der Welt werden, das auf den Ausbau von Schnellzugstrecken setzte. Heute besitzt es drei funktionstüchtige Strecken, vier werden derzeit fertig gestellt und viele weitere sind in naher Zukunft noch eingeplant.
Aber dieser Staat, der mit Erfolg die Privatisierungen der großen öffentlichen Monopolisten und die Liberalisierung des Wettbewerbs in diesen Sektoren gemeistert hat, sieht sich heute mit lauter neuen Herausforderungen konfrontiert, deren Nichterfüllung alles Erreichte zunichte machen könnte. Bald schon wird er zu einem Netto-Beitragszahler der EU werden, und seine Kollegen weigern sich, ihm eine Verlängerung der Ausgleichszahlungen aus dem Kohäsionsfond zu gewähren. So muss er dringend seine Produktionsstrukturen ändern. Dem gegenüber investiert Spanien nur die Hälfte des EU-Schnitts in Forschung und Entwicklung, wobei die private Beteiligung hierbei bei 48% liegt. Das ist weit von den 66% entfernt, die die Lissabon-Strategie fordert. Spanien bildet das Schlusslicht Europas beim E-Commerce, nur 1% aller europäischen Patente sind spanischer Herkunft.
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30.12.2005 100 Milliarden für Spanien
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Spanien hat seit seinem Beitritt zur Europäischen Union vor 20 Jahren mehr als 100 Milliarden Euro aus den EU-Fördertöpfen erhalten und dazu verwendet, den wirtschaftlichen Aufholprozess anzukurbeln - mit Erfolg. MADRID. Wenn Willi Krahe mit seinem grauen Mercedes-Kombi durch Spanien fährt, kann er einen Anflug von Neid nur schwer unterdrücken. "So viele neue dreispurige Autobahnen. Das Straßennetz ist inzwischen besser als bei uns", seufzt der 59-jährige Rentner aus Bonn. Wer wie Krahe regelmäßig über Spaniens Autobahnen fährt, auf einem der hochmodernen Flughäfen ankommt oder eine der futuristischen Brücken überquert, findet häufig ein Schild der EU, das genau Auskunft darüber gibt, wie viel Geld Brüssel zu dem jeweiligen Projekt beigesteuert hat. Die Europäische Union hat den Spaniern seit ihrem Beitritt vor 20 Jahren mehr als 100 Milliarden Euro aus ihren Fördertöpfen überwiesen. Im neuen EU-Haushalt bis 2013 sind weitere 16 Milliarden Euro vorgesehen. Kein Wunder, dass die Mehrzahl der Spanier zufrieden mit der EU ist: 71 Prozent beurteilen den Beitritt ihres Landes zur Union positiv, ergab jüngst eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Real Instituto Elcano. Das Pro-Kopf-Einkommen der Spanier, das 1986 noch bei 73 Prozent des EU-Durchschnitts lag, beträgt heute fast 100 Prozent. Victor Pou, Berater der EU-Kommission nennt zwei Gründe für diese Entwicklung: "den enormen Aufholprozess" des mit 44 Millionen Bürgern fünftgrößten Landes der Union und die "Erweiterung der EU um zehn wesentlich ärmere Staaten, wodurch Spanien im Vergleich reicher geworden ist". Spanien profitiert dagegen immer noch von der strikten Wirtschaftspolitik des bis vor knapp zwei Jahren regierenden José María Aznar. Der konservative Premier hatte ab 1996 in Rekordzeit den heimischen Haushalt saniert. Und: Er hatte in Brüssel selbstbewusst, manchmal starrköpfig, auf die Milliardenzahlungen gepocht. Investiert wurde das Geld hauptsächlich in die heimische Bauwirtschaft, die seitdem einen Boom erlebt. Noch immer ist die Baubranche eine der Stützen des spanischen Wirtschaftswachstums von derzeit 3,5 Prozent. Trotz der gewaltigen Fortschritte, die Spanien erzielt hat - missen möchte Madrid die Milliarden aus Brüssel auch in Zukunft nicht: Vor allem die konservative Opposition hält den Mitte Dezember gefundenen Haushaltskompromiss der EU für unzureichend. "Wir sind damit der Hauptlastträger der EU-Erweiterung", maulte Oppositionsführer Mariano Rajoy noch am Tag der Einigung und zog sich damit den Ärger Pous zu: "Spanien braucht eigentlich überhaupt keine Nettohilfen mehr."
Quelle: Die Welt
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29.12.2005 Neue Dürre
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In Spanien droht im kommenden Sommer eine Trockenheit, die die "Jahrhundertdürre" dieses Jahres noch übertreffen könnte. Wie das Madrider Umweltministerium mitteilte, erlebte Spanien im hydrologischen Jahr von Oktober 2004 bis September 2005 die schlimmste Trockenheit seit 125 Jahren.
Im letzten Quartal 2005 fielen in Spanien weniger Niederschläge als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Die in den Talsperren gestauten Wasservorräte gingen in der vorigen Woche sogar zurück, was für diese Jahreszeit ungewöhnlich ist. Die spanischen Stauseen sind derzeit zu 45 Prozent gefüllt. Der Normalwert für diese Jahreszeit liegt bei 57 Prozent. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. Während im Baskenland die Stauseen mit 95 Prozent fast bis an den Rand gefüllt sind, herrscht in der Region Murcia bei einem Stand von 12 Prozent großer Wassermangel. Im vorigen Sommer war es in Spanien unter anderem untersagt gewesen, Straßen mit Wasser zu reinigen und Parkanlagen zu sprengen. Die privaten Haushalte waren nur in einzelnen Gebieten vom Wassermangel betroffen
Quelle: Der Standard
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29.12.2005 Aus für Siesta?
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Die Siesta gehört zu Spanien wie Flamenco oder Stierkampf. Doch diesem Kulturgut, um das mancher Deutsche die Spanier beneidet, droht das Aus. Die Regierung Zapatero möchte den extrem langen Arbeitstag auf der Iberischen Halbinsel gern auf europäische Verhältnisse zurechtstutzen, und dann müßte die Siesta dran glauben. Bisher beginnt der Büroalltag jenseits der Pyrenäen in der Regel um neun Uhr und endet gegen 19 oder 20 Uhr, je nachdem, ob man zwei oder drei Stunden Mittagspause hatte. Und die beginnt erst um 14 Uhr, meistens aber später. Viele Spanier beklagen, daß bei diesen Arbeitszeiten Beruf und Familienleben kaum unter einen Hut zu bringen sind.
Ohnehin lohnt angesichts der langen Anfahrtswege nur für die wenigsten Arbeitnehmer die kurzzeitige Rückkehr aufs heimische Sofa. In den Städten schlagen die meisten Beschäftigten die überlange Pause mit viel zu üppigen Mittagsmenüs tot. Die Folgen sind bekannt: Die Spanier haben wenig Zeit für Sport, essen erst zu Abend, wenn Europa schon schläft, ihre Nachtruhe ist 40 Minuten kürzer, und auch ihre Kinder sehen sie kaum. Doch das soll sich nun ändern. Die Vorreiterrolle übernimmt der öffentliche Dienst. Ab Januar können die Beamten um 18 Uhr den Bleistift fallenlassen - Voraussetzung ist allerdings, daß sie die Mittagspause radikal verkürzen. Die Regierung hofft, daß der private Sektor nachzieht und daß sich so die geringe Produktivität des Landes steigern läßt. Und nicht zuletzt soll sich die familienfreundliche Initiative auch positiv auf die Geburtenrate auswirken. Der Siesta-Stopp ist der zweite große Eingriff der Regierung Zapatero in die Lebensgewohnheiten der Spanier nach dem generellen Rauchverbot, das ebenfalls ab Januar in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz gelten soll. Damit probt der Premier eine Art Kulturrevolution mit ungewissem Ausgang. Dabei ist die Siesta freilich gar nicht so tief in der spanischen Kultur verankert, wie gemeinhin angenommen wird. Sie entstand nach dem Bürgerkrieg, als die Menschen zum Überleben im leergebluteten Land gleich mehrere Jobs und somit eine ausgedehnte Mittagsruhe brauchten. Vor dem Bürgerkrieg aßen die Spanier zur gleichen Zeit wie der Rest Europas: zwischen zwölf und ein Uhr - und kamen ganz ohne Siesta klar. Quelle: Die Welt
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16.12.2005 Rauchverbot in Spanien
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Ein Rauchverbot am Arbeitsplatz sowie in öffentlichen Einrichtungen wurde mit überwältigender Mehrheit im Parlament beschlossen. 297 Abgeordnete votierten für das Gesetz, es gab vier Enthaltungen, aber keine Gegenstimmen. Das Gesetz untersagt ab dem 1. Januar das Rauchen unter anderem in Bürogebäuden, kulturellen Einrichtungen, Einkaufszentren und öffentlichen Verkehrsmitteln. Verboten wird auch der Verkauf von Tabakwaren an Personen unter 18 Jahren. Bei Verstößen sieht das Gesetz Geldstrafen von 30 bis 600 000 Euro vor. Quelle: Handelsblatt
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